Session D-ERGO

Behandlung der Software-Ergonomie in der Praxis

Wolfgang Schneider
Software-Ergonomie-Beratung


Vorwort

Die EG-Bildschirmrichtlinie 90/270/EWG enthält neben Hinweisen zur Arbeitsplatzanalyse und -gestaltung auch solche zur Ergonomie von Software. Im Anhang der Richtlinie aufgeführte Mindestvorschriften sollen die ergonomische Gestaltung von Software für Bildschirmarbeitsplätze sicherstellen. Die für Deutschland seit Ende 1996 gültige Verordnung zur Umsetzung der Richtlinie enthält ebenso alle in der Richtlinie aufgeführten Mindestvorschriften. Der Bezug zu den im Anhang erwähnten ergonomischen Grundsätzen liefert jedoch noch keine inhaltlichen Anhaltspunkte darüber, wie man Ergonomie für Software garantiert. Dies wird in den Teilen 10 bis 17 der Normenreihe ISO 9241 konkretisiert. Die Empfehlungen, insbesondere des vorliegenden Teils 10, befinden sich jedoch immer noch auf recht allgemeinem Niveau und stellen nur Anhaltspunkte für die methodische und inhaltliche Umsetzung von Ergonomie dar. Die Kommentierung dieser Norm soll insofern dazu dienen, Ergonomieprüfer, Entwickler oder Beschäftigte am Bildschirmarbeitsplatz bei der Beurteilung von Software mit Hilfe der Verordnung und der Norm zu unterstützen.

Obwohl bei der Erstellung der Norm auf eine verständliche Formulierung geachtet wurde, stammen einige Begriffe aus dem Gebiet der Ergonomie. So ist der vollständige Bedeutungsgehalt dieser Begriffe oftmals nur mit dem nötigen Fachwissen zu verstehen. Um diesen Schwierigkeiten bei der Anwendung der Norm zu begegnen, werden in der Kommentierung alle Fachtermini erläutert.

Die in der Norm aufgeführten Beispiele zu den Empfehlungen sind nicht immer ausreichend, um deren Inhalt ganz zu verdeutlichen. Die Beispiele selbst beziehen sich teilweise noch auf "Host-Rechnersysteme", die mit einer zeichenorientierten Oberfläche bedient wurden. Diese Systeme werden von der Mehrheit der Anwender jedoch nicht mehr genutzt.

Die Kommentierung wurde mit Hilfe von Beispielen aus gängigen Systemen so ergänzt, daß nicht nur Software-Experten oder Qualitätsprüfer, sondern auch qualifizierte Anwender in der Lage sein müßten, den Inhalt der Norm zu verstehen.

Kommentierung der Norm ISO 9241-10

Vorwort...........................................................................................................................................

Einleitung.........................................................................................................................................
Übersicht über die ISO-Normenreihe 9241
Anbindung der Norm ISO 9241-10 an EG-Bildschirmrichtlinie
und deutsche Verordnung............................................................................................... 7
Aufbau der Norm ISO 9241-10....................................................................................... 10
Anwendung der Norm.................................................................................................... 11
Aufbau der Kommentierung............................................................................................ 13

ISO 9241-10 - Kommentierung............................................................................................. 14

0 Einleitung.............................................................................................................................. 14
1 Anwendungsbereich....................................................................................................... 20
2 Definitionen.......................................................................................................................... 21

3 Grundsätze der Dialoggestaltung....................................................................... 24

3.1 Aufgabenangemessenheit........................................................................................... 24
Stichwort: Effektivität und Effizienz des Dialogs..................................................................... 24
Stichwort: Anzeige aufgabenbezogener Informationen........................................................... 26
Stichwort: Aufgabenbezogene Hilfeinformation...................................................................... 28
Stichwort: Automatische Ausführung durch das System......................................................... 30
Stichwort: Komplexität der Arbeitsaufgabe und Fähigkeiten/Fertigkeiten des Benutzers....... 33
Stichwort: Gestaltung (Form) der Ein- und Ausgabe............................................................. 35
Stichwort: Unterstützung wiederkehrender Aufgabenschritte................................................. 36
Stichwort: Vorgabewerte......................................................................................................... 39
Stichwort: Wiedererlangen ursprünglicher Daten.................................................................. 42
Stichwort: Dialogaufwand...................................................................................................... 44

3.2 Selbstbeschreibungsfähigkeit............................................................................. 47
Stichwort: Verständlichkeit des Systems.................................................................................
Stichwort: Zweckmäßige Rückmeldungen nach Eingabeaktivitäten....................................... 47
Stichwort: Einheitliche Terminologie von Rückmeldungen/Erläuterungen............................. 49
Stichwort: Rückmeldungen/Erläuterungen als Ergänzung zu Schulungen............................. 52
Stichwort: Anpassung von Rückmeldungen/Erläuterungen an Kenntnisse............................. 54
Stichwort: Rückmeldungen/Erläuterungen in Abhängigkeit von Benutzerbelangen............... 56
Stichwort: Kontextsensitive Hilfe, Vermeidung von Medienwechsel für Hilfe......................... 57
Stichwort: Vorgabewerte (Defaults, Standardwerte).............................................................. 60
Stichwort: Informationen über Zustand des Systems.............................................................. 63
Stichwort: Information zu Eingaben....................................................................................... 64
Stichwort: Formulierung von Meldungen............................................................................... 66

3.3 Steuerbarkeit.................................................................................................................... 71
Stichwort: Beeinflußung von Richtung und Geschwindigkeit des Dialogs.............................. 71
Stichwort: Geschwindigkeit des Dialogs, Belange des Benutzers........................................... 75
Stichwort: Kontrolle weiterer Dialogschritte.......................................................................... 77
Stichwort: Dialogunterbrechung und Wiederaufnahmepunkte............................................... 79
Stichwort: Rücknahme von Dialogschritten............................................................................ 82
Stichwort: Dialoggestaltung nach Benutzerbelangen.............................................................. 84
Stichwort: Beeinflußbarkeit der Anzeige von Informationen................................................... 87
Stichwort: Beeinflußbarkeit der Informationsmenge auf dem Bildschirm............................... 89
Stichwort: Wahl zwischen Eingabemedien/Ausgabemedien.................................................... 92

3.4 Erwartungskonformität......................................................................................... 95
Stichwort: Konsistente Gestaltung, Merkmale des Benutzers................................................. 95
Stichwort: Konsistente Gestaltung von Dialogen und Informationen..................................... 97
Stichwort: Einheitliche Änderungen von Dialogzuständen................................................... 100
Stichwort: Terminologie, Vokabular des Benutzers.............................................................. 102
Stichwort: Übereinstimmung zwischen Arbeitsaufgaben und Dialogsystem........................ 104
Stichwort: Unmittelbare Rückmeldung nach Eingaben,
Erwartungshaltung des Benutzers........................................................................................ 107
Stichwort: Verhalten des Cursors......................................................................................... 109
Stichwort: Abweichungen von der erwarteten Antwortzeit.................................................... 112

3.5 Fehlertoleranz.............................................................................................................. 115
Stichwort: Minimierter Korrekturaufwand bei fehlerhaften Eingaben.................................. 115
Stichwort: Fehlererkennung und -vermeidung..................................................................... 120
Stichwort: Erläuterung von Fehlern..................................................................................... 123
Stichwort: Hervorhebung von Fehlern................................................................................. 125
Stichwort: Rückmeldung und Dialog bei automatischer Fehlerkorrektur............................ 127
Stichwort: Dialog zur Fehlerkorrektur................................................................................. 129
Stichwort: Erläuterungen zur Fehlerkorrektur..................................................................... 131
Stichwort: Gültigkeits-/Plausibilitäts-Prüfungen eingegebener Daten.................................. 133
Stichwort: Fehlerbehebung ohne Umschalten des Dialogs................................................... 136

3.6 Individualisierbarkeit............................................................................................... 139
Stichwort: Modifizierbarkeit des Dialogsystems durch den Benutzer................................... 139
Stichwort: Anpassung des Systems an geistige, sensomotorische und
wahrnehmungsbezogene Fähigkeiten und an kulturelle Eigenheiten des Benutzers............. 142
Stichwort: Anpaßbarkeit der dargestellten Informationen.................................................... 147
Stichwort: Umfang von Erläuterungen, Kenntnisstand des Benutzers................................. 150
Stichwort: Vokabular und eigene Funktionen des Benutzers................................................ 151
Stichwort: Einstellung zeitlicher Aspekte von Dialogfunktionen........................................... 154
Stichwort: Auswahl von Dialogformen................................................................................. 157

3.7 Lernförderlichkeit..................................................................................................... 160
Stichwort: Lernunterstützung des Systems.......................................................................... 160
Stichwort: Lernunterstützung mit Hilfe von Regeln und Konzepten...................................... 162
Stichwort: Verständnisorientiertes Lernen, "Learning by doing", Lernen am Beispiel........ 164
Stichwort: Wiedererlernen, Wiederauffrischen von Gelerntem............................................. 166
Stichwort: Verbesserung der Lernförderlichkeit................................................................... 169

Kurz-Glossar.......................................................................................................................... 172

Bibliographie.......................................................................................................................... 177

EG-Richtlinie

Verlagsangaben

Reihe: DIN Beuth-Kommentare
Autor: Wolfgang Schneider
Titel: Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten

Grundsätze der Dialoggestaltung, Kommentar zu DIN EN ISO 9241-10

Verlag: Beuth-Verlag GmbH
Umfang: ca. 180 Seiten
Preis: ca. DM 59,-
Erscheint: ca. Januar 1998

Nummer: ISBN 3-410-13832-3 bzw. ISSN 0723-4228